border:none 2014 – Das Internet kommt wieder nach Nürnberg

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Crowdfunding mit Start Next

Ein Format, das auf der letztjährigen Veranstaltung aufbaut und mit frischen Ideen Gäste aus aller Welt nach Nürnberg lockt. Foto: © Joschi Kuphal / Screenshot

„Komplex aber faszinierend“. Mit diesen Worten versucht Joschi Kuphal die border:none kurz und kompakt zu beschreiben. Dass ihm das nur bedingt gelingt, liegt an den vielen Gedanken, die er sich im Vorfeld gemacht hat. Nach einigen Wirren um die Organisation und Vorbereitung startete Joschi Ende August durch und stellte ein Event auf die Beine, das mit der letztjährigen border:none kaum zu vergleichen ist. Eigentlich war es 2013 ganz anderes geplant. Schon im Interview nach der border:none 2013 waren sich die Veranstalter Joschi Kuphal und Marc Thiele einig, dass der enorme Erfolg des Veranstaltungsformats auch 2014 wiederholt werden sollte. Als die Monate ins Land gingen, setzte wieder die Kreativität der beiden ein und so soll 2014 doch alles ganz anders werden. Kern der Idee war es, das Volksbad als Event-Location zu nutzen und dort über zwei Tage eine Technologie-Veranstaltung zu kreieren. Viele Mühen wurden aufgewendet, um diese Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Letztendlich scheiterte alles an den Wirren um die Zuständigkeiten der Behörden. Zeit für einen Neuanfang.

Kernthema: Dezentralisierung

Blick auf das Orpheum Nürnberg

Wie schon 2013 wird die border:none 2014 am ersten Tag im Orpheum statt finden. Foto: © Joschi Kuphal / tollwerk

Auf der border:none 2013 gab es bereits einige Vorträge, die das Thema „Dezentralisierung“ behandelten. So motivierte Bastian Allgeier auf Grund der NSA-Affäre die Gäste zu einer neuen Denkweise in Bezug auf "unser" Verhalten im Internet. „Wir machen es den Spitzeln aber auch viel zu leicht“, formulierte er 2013 seine Kritik. Mit der momentanen Zentralisierung von Daten haben es die Behörden sehr leicht auf alles zuzugreifen. Eine neue Denkweise ist gefordert. Dies hat sich Joschi zu Herzen genommen und baut zur Nürnberg Web Week 2014 die border:none um genau dieses Thema herum auf. „Ich möchte, dass etwas in Bewegung kommt“ äußert er seine Kernmotivation zur border:none 2014. Aus diesem Grund ist die Veranstaltung in diesem Jahr zweitägig und gliedert sich in zwei große Abschnitte. Am ersten Tag gibt es sieben Slots für Vorträge, die alle das Kernthema „Dezentralisierung“ aus verschiedenen Sichtweisen behandeln. Wie schon 2013 wird dieser Teil der border:none im wunderbaren Orpheum (Nürnberg Johannis) starten. Ob auch jemand mit einer Kontraposition einnimmt, konnte mir Joschi noch nicht sagen. Die Vorträge werden das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten, so viel steht fest. Egal ob aus technischer, designmäßiger, gesellschaftlicher, politischer oder juristischer Sicht: Es sollen möglichst viele Facetten beleuchtet werden.

Zwei-Tages Konferenz am
17. und 18.10.2014 im Nürnberg
border:none 2014

Stadtführung inklusive

Schürstabhaus Nürnberg

Eine Eventlocation am zweiten Tag: Schürstabhaus. Foto: © Joschi Kuphal / tollwerk

Am zweiten Tag ist dann Mitarbeit angesagt. In sogenannten „Creator Units“ werden die sieben Präsentatoren des ersten Tags zu Leitern jeweils einer Gruppe. Ziel ist es, das jeweilige Thema des Vortrags zu vertiefen. Was in den Gruppen passiert hängt ganz von den Aktiven ab. So wird es sicherlich Gruppen geben, in denen hauptsächlich diskutiert wird. Es wird auch Gruppen geben, die etwas entwerfen oder ein Konzept schreiben. Jede der konspirativen Gruppen hat die Aufgabe, etwas in Bewegung zu bringen. Damit dies gelingen kann, finden die „Creator Units“ an fünf verschiedenen Locations statt. Diese Orte sind über die Nürnberger Altstadt verteilt und jedes einzelne Gebäude ist es wert, besucht zu werden.

Fembohaus Nürnberg

Eine Eventlocation am zweiten Tag: Stadtmuseum Fembohaus. Foto: © Joschi Kuphal / tollwerk

Das Fembo-Haus (Stadtmuseum), der Altstadthof mit Brauerei, der Bäckerhof, das Schürstabhaus und auch der Hirsvogelsaal bieten eine außergewöhnlich kreative Atmosphäre. „Es kamen das letzte mal sehr viele von außerhalb, und da war es auch unser Ziel, die Teilnehmer nicht nur zu motivieren, etwas von der Stadt zu sehen, sondern es tatsächlich mit in die Veranstaltung einzubauen“, meinte Joschi Kuphal. Schon 2013 waren viele Besucher überrascht, wie schön und eindrucksvoll Nürnberg doch ist. Wegen der knappen Zeit war es aber leider nicht möglich, sich wirklich umzusehen. 2014 ist die „Stadtführung“ zu den historischen Orten, an denen die „Creator Units“ stattfinden, geschickt eingeplant.

Tatendrang in Brauerei

Brauerei Altstadthof Nürnberg

Eine Eventlocation am zweiten Tag: Brauerei Altstadthof. Foto: © Joschi Kuphal / tollwerk

Dass die border:none 2014 wie auch 2013 zur Nürnberg Web Week komplett in englisch abgehalten wird, versteht sich von selbst. Letztes Jahr kamen einige Referenten und Teilnehmer aus dem Ausland, und ein Wechsel der Sprache von Vortrag zu Vortrag hätte nicht nur die Teilnehmer verwirrt, sondern auch viele ausgeschlossen. Schließlich heißt es ja nicht, das deutschsprachige Internet, das nach Nürnberg kommt, sondern das Ganze. In diesem Jahr wird die Mehrzahl der Referenten eingeflogen und es sind bereits einige interessante Persönlichkeiten angekündigt. Ich vermute mal, der Altstadthof wird zu den beliebtesten Locations gehören, da dort das Thema Bier auch eine Rolle spielt ;-).

Museum Hirsvogelsaal Nürnberg

Eine Eventlocation am zweiten Tag: Museum Hirsvogelsaal. Foto: © Joschi Kuphal / tollwerk

Damit nicht das eine „Creator Unit“ überfüllt ist und die anderen leer sind, hat sich Joschi etwas Spezielles einfallen lassen. Die Teilnehmer sind aufgefordert, im Vorfeld der Veranstaltung ihre Interessen zu artikulieren. Sie sollen 16 Punkte auf 16 unterschiedliche Themenfacetten verteilen. Das so entstehende Interessenprofil wird als “border:none Aurora” visualisiert und stellt für die Veranstalter gleichzeitig eine Hilfestellung bei der Wahl der Sprecher und Vortragsthemen dar. Da es bei der diesjährigen border:none vor allem um die aktive Teilnahme geht, wird die Aurora auch bei der Verteilung auf die „Creator Units“ berücksichtigt. Wer Vorteile bei der Aufteilung erwartet, der sollte möglichst umgehend seine Interessen hinterlegen.

Bäckerhof Nürnberg

Eine Eventlocation am zweiten Tag: Bäckerhof. Foto: © Joschi Kuphal / tollwerk

Die border:none wird tatkräftig von der Wirtschaftsförderung der Stadt Nürnberg unterstützt. Beide teilen sich sogar das Orpheum am Freitag für die jeweiligen Veranstaltungen. Tagsüber finden die Vorträge statt und ab 19 Uhr ist der Einlass für das Crowdfunding-Event der Stadt..

Aktuell ist Joschi noch auf der Suche nach Sponsoren und Patenschaften für die border:none. Wer Interesse hat, möge sich einfach bei Joschi unter info@border-none.net melden. Eine gute Möglichkeit, auf dem Laufenden zu bleiben, ist außerdem der border:none E-Mail-Newsletter, der gleichzeitig Voraussetzung zur Erzeugung der border:none Aurora ist.

Anmeldung zur border:none 2014

Das Internet kommt — seit ihr dabei?

Die border:none sticht etwas aus den anderen Veranstaltungen zur Nürnberg Web Week heraus, da sie auf der einen Seite kostenpflichtig (199 Euro) ist, andererseits aber auch zwei Tage andauert. Mit den “Creator Units“ in historischen Räumen hat sich Joschi eine Lösung einfallen lassen, die die Volksbad-Problematik schnell vergessen lässt. Wer Lust hat an diesem Event teilzunehmen und am Internet von morgen zu arbeiten, der kann sich hier seine Tickets bestellen. Dort erfahrt ihr dann auch mehr über Aurora, den individuellen „Fingerabdruck“ eurer Interessen. Viel Spaß auf der bordern:none. Vielleicht sehen wir uns!

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