Frankens Koffeinlimo Club Mate kommt nicht aus Berlin

Das Zeug ist angeblich nicht trinkbar und nur ein "Hipster" gehabe.

Club Mate Kiste in Berlin entdeckt

Club Mate kommt nicht aus Berlin, sondern aus der Region Nürnberg, trotzdem hält sich dieses Gerücht hartnäckig.

Seit 1924 gibt es Club Mate und seither hat sich die Koffeinlimo aus Dietenhofen in Mittelfranken zu einem der beliebtesten und zugleich verschmähtesten Getränke auf dem Markt entwickelt. Diese Popularität kam aber nicht über Nacht. Vielmehr dauerte es einige Jahre, bevor sich das Getränk langsam etablierte. Vor allem die groß angelegte Produktion und die letzten zehn Jahre haben Club Mate über die Republik hinaus bekannt und beliebt gemacht. Die Assoziationen zur Marke liegen irgendwo zwischen "Alternativ", "Computerszene" und "Tradition".

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So viel Ruhm ruft auch Neid hervor. Manche stecken das Getränk in die "Hipster"-Schublade und die Club-Mate-Liebhaber gleich mit. Das Zeug sei nicht trinkbar und jeder der es trotzdem tue, mache das, um einen gewissen Lifestyle zur Schau zu stellen. Auf manchen Internetforen toben erbitterte Verbalschlachten zu diesem Thema oder man kann über zwölf Seiten verteilt lesen, warum Club Mate das schlimmste aller Getränke sei. Als man zuletzt so hitzige Dispute über Coca Cola hören konnte, ging es wenigstens noch um ermordete Gewerkschafter in Kolumbien und nicht darum, welche Menschen diese Cola nun trinken. "Du bist, was du isst" und in diesem Fall, was du trinkst, denn wer den Werbespruch ernst nimmt kann auch andere Menschen nach den Produkten beurteilen, die sie konsumieren. Diejenigen, die Club Mate tatsächlich probiert haben, können wenigstens Urteile über den Geschmack abgeben. Diese fallen dann recht unterschiedlich aus. Über Club Mate lässt sich bekanntlich streiten und wenn es nicht jeder mag, bleibt mehr für die Fans. Der ganze Hype ist für die Menschen aus dem Umland von Dietenhofen sicher am wenigsten verständlich, wo doch viele Club Mate schon von Kindheit an kennen. Dort jedoch unter dem Begriff Bronte.

Der Spitzname "Hackerbrause" ist ein Hinweis darauf, in welchem Kreis Club-Mate den ersten Hype erfuhr.

Hat man sich nach langem Überlegen und noch längerer Forenlektüre endlich fürs Hassen oder Lieben von Club Mate entschieden, wird man in Nürnberg vor ein Problem gestellt. In der Stadt gibt es vergleichsweise wenig Einzelhändler, die das Getränk anbieten, obwohl es die nächste Großstadt zur Produktionsstätte ist. Gerade durch den bundesweiten Hype um das Getränk, sollte die "Metropolregion" doch eigentlich zum Mekka der fanatischen Club-Mate-Anhänger werden. In Leipzig dagegen gibt es in fast jedem Laden und jedem Lokal Club Mate, oft sogar ein paar Alternativen zur Auswahl. Auch in Berlin, die Stadt die Trends aus dem ganzen Land wie ein Schwamm aufsaugt, um sie dann als eigene, typisch berlinerische Erfindungen zu feiern, ist Club Mate und Co. so selbstverständlich wie Cola im Sortiment des Einzelhandels zu finden. In Nürnberg muss man leider oft erst zu einem Getränkemarkt fahren bzw. in bestimmte Imbissbuden und Restaurants gehen, wenn man Club Mate kaufen möchte. In normalen Supermärkten sind die Angestellten bei Nachfragen meist verwirrt und versuchen einen dann mit Bionade abzuspeisen. Schade, denn die Nachfrage scheint sich nicht sonderlich von den Städten zu unterscheiden, in denen man mehr Angebot findet.

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