Stadtbild im Wandel

Fotografien von Straßenzügen, Plätzen und Gebäuden von einst und jetzt im direkten Vergleich zeigen Veränderung und Beständigkeit.

Veröffentlicht am von und Sebastian Gulden und Stefan Schwach
Fünfeckiger Turm, Kaiserstallung und Luginsland – einst und jetzt

Kontinuität und Wandel: Fünfeckiger Turm, Kaiserstallung und Luginsland mit Vorstädten – 1860/67 und 2015. Foto-Montage: © Sebastian Gulden

Die Stadt lebt. Sie wandelt sich, Tag für Tag – nicht nur in ihren Bewohnern, sondern auch in ihren Bauten, ihren Straßen und Plätzen. Kaum ein anderes Medium vermag diesen Wandel besser zu zeigen als die Fotografie.

Tagtäglich gehen oder fahren wir dieselben Straßen entlang. Die Bauten, die unseren Weg säumen, nehmen wir nach einiger Zeit kaum mehr wahr; sie werden zur vertrauten Szenerie des Alltags. Dann, eines Tages, wird ein Bauzaun aufgestellt, und kurz darauf ist vom Haus an der Ecke nur noch ein Trümmerhaufen übrig. Ein Stück der vertrauten Szenerie macht Neuem Platz. So oder ähnlich wandelt sich das Stadtbild Zug um Zug.

Nürnberg ist eine Stadt, in der man den Wandel besonders intensiv und manchmal drastisch erleben kann, gerade dann, wenn man einen Blick auf ihre Geschichte wirft. Die Gründerzeit verwandelte Nürnbergs dörfliches Umland in eine moderne Großstadt mit breiten Promenaden, Mietspalästen und öffentlichen Prachtbauten. Die Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs machten große Teile der Stadt dem Erdboden gleich. Auf den Ruinen entstand Neues, manch lieb gewonnenes Altes verschwand für immer. Vieles lebt nur auf Fotografien und Ansichtskarten fort.

Sehen lernen

In der Rubrik „Stadtbild im Wandel“ stellen unsere Autoren Boris Leuthold, Sebastian Gulden und Stefan Schwach historische Ansichten von Nürnberger Straßen, Plätzen und Bauwerken und aktuelle Bilder einander gegenüber. Dabei haben sie, soweit möglich, dieselbe Perspektive gewählt wie die Fotografen von einst. So kann der Betrachter die kleinen und großen Wandlungen des Nürnberger Stadtbildes unmittelbar erleben und erhält Einblicke in die Baukultur und Lebenswelt einer oftmals fernen Vergangenheit.

Wer weiß, was war, der versteht besser, was heute ist und kann mitreden, wenn es darum geht, was morgen sein soll. So ist der Blick auf die Stadt von früher und heute auch eine Einladung, „sehen zu lernen“ und mit offenen Augen durch sie zu gehen. Wer sich mit seinem baulichen Umfeld identifiziert, wer seine Stadt liebt und bewahren hilft, was ihm am Herzen liegt, trägt zur Lebensqualität aller bei. Jüngste städtebauliche Fehlgriffe wie die eintönige Bebauung des Milchhof-Areals und der Bahnhofstraße beweisen, wie wichtig es ist, dass die Bürgerschaft ihre Stimme erhebt, wenn es um das Bild ihrer Stadt geht.

Zusätzlich veröffentlichen Boris, Sebastian und Stefan mehrmals in der Woche auf ihrer öffentlichen Facebook-Seite weitere aktuelle Bilder Nürnberger Bauten und Straßenzüge aus ihren Archiven.

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Ein Artikel von

Boris Leuthold

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