Vorsicht, wenn Putin randaliert!

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Streetart Putin

Russlands Präsident Putin mit immer neuen Sanktionen in die Enge treiben? Vielleicht sollte die Nato besser ihre Osterweiterung hinterfragen. Foto: © David (heartindustry) / Flickr

In der politischen Diskussion gehört es schon beinahe zum guten Ton, dass Putin a priori der böse Bube ist, dem man nicht über den Weg trauen darf. Klar, die Annexion der Krim war ein politisches Bubenstück, das jetzt wie eine offene Wunde vor uns liegt. Trotzdem gibt es auch eine kleine Gruppe der Putin-Versteher, zu denen zum Beispiel Leute wie Helmut Schmidt und Gerhard Schröder gehören. Gewiss keine Phantasten, die auch als Pensionäre noch wissen, wovon sie reden.

Wer Putin sagt, muss auch Gorbatschow sagen. Er war es gewesen, der den eisernen Ring um das Sowjetreich sprengte und den Völkern die Freiheit schenkte. Auch die Deutschen verdanken dem guten „Gorbi“ ihre Wiedervereinigung, auf die sie sonst vielleicht noch 100 Jahre hätten warten müssen. Kaum jemand weiß, dass der bei uns so verehrte Gorbatschow inzwischen in Moskau zur Hassfigur geworden ist – auch bei Putin. Denn nach der anfänglichen Dankbarkeit sind die Polen, die Tschechen, die Ungarn und die DDR fast unbemerkt in die NATO eingetreten und stehen heute zusammen mit den USA in bedrohlicher Haltung vor Putins Reich.

Karte Ukraine

Die Ukraine in Europa und Teil Europas
Bildquelle: Wikipedia (cc)

Nur die Ukraine ist noch als Puffer dazwischen. Auch dieses zersplitterte Monstrum war bereits dabei, den Verlockungen des Westens zu erliegen. Für Putin und seine Berater war damit eine rote Linie erreicht. Genau an diesem Punkt liegt die Ursache der Weltkrise, in der wir uns befinden.

Helmut Schmidt könnte mit seinen 95 Jahren immer noch das richtige Gespür haben, indem er für Verhandlungen auf gleicher Augenhöhe mit Putin plädierte und die wirtschaftlichen Strafaktionen, die andere so begeistert fordern, als „dummes Zeug“ verwarf. Noch einen Schritt weiter geht der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums, Matthias Platzeck, der wie kaum ein anderer die russische Seele kennt. Platzeck ist in Potsdam unter 40.000 Russen aufgewachsen. Er weiß, wozu sie fähig sind, wenn ihr Stolz verletzt wird. Gerade der verbitterte Putin musste neben der berechtigten Krim-Kritik eine ganze Reihe von Demütigungen hinnehmen, die ihm fast täglich vor Augen führen, dass sein Land keine Supermacht mehr ist. Für ihn, den stolzen Zaren, ein unerträglicher Gedanke.

Von internationalen Konferenzen wurde er ausgeschlossen, von deutschen Ministern, die früher ein Jahr auf einen Termin im Kreml warten mussten, muss er sich heute belehren lassen. Der amerikanische Präsident bezeichnete Russland offen als "Regionalmacht“ - ein psychologischer Kardinalfehler! Nun auch noch der Urteilsspruch eines internationalen Gerichts, das Moskau wegen früherer Enteignung eines Ölkonzerns zur Zahlung von 50 Milliarden Dollar verdonnerte. Sollte es zu einem Krieg kommen, dann hat man's spätestens jetzt gewusst. Platzeck sagt's: „Es fehlt nicht mehr viel und Putin wird anfangen zu randalieren.“

Die USA sind weit weg. Und Putin verfügt über jede Menge Massenvernichtungswaffen, die von den großspurigen Sanktionspolitikern offenbar gar nicht mehr gesehen werden.

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