Warm über den Christkindlesmarkt? - Wir haben die Lösung: Glühwein

Aktualisiert am 04. Februar 2019 von
Glühwein auf dem weihnachtlichen Nürnberger Christkindlesmarkt

Wo es voll ist am Christkindlesmarkt, da ist ein Glühweinstand. Dieses Naturgesetz am Nürnberger Christkindlesmarkt bewahrheitet sich jedes Jahr neu, aber woher kommt der Glühwein eigentlich? Nürnberg und so recherchiert!

Richtig, eine heiße Tasse Glühwein! Aus verschiedenen Rotweinen gemischt und mit Gewürzen wie Zimt, Muskat, Kardamom und Anis verfeinert, ist er eine Wohltat für ausgekühlte Weihnachtsmarktbesucher. Zwar ist er vom Christkindlesemarkt nicht mehr wegzudenken, aber der heiße, gewürzte Wein ist wesentlich älter als der Markt, ja sogar älter als das Weihnachtsfest.

Die Ursprünge

In dem antiken römischen Kochbuch "De re coquinaria" aus dem 3. oder 4. Jahrhundert, ist uns das erste Rezept des "Conditum Paradoxum", einem Glühweinvorgänger, bekannt. Wer das Originalrezept einmal nachkochen möchte, findet es hier. Damals mischte man das Getränk mit Honig und gab Pfeffer, Safran, Lorbeerblätter und Datteln dazu. Für die Römer war der Wein besonders wichtig, was man unter anderem daran merkte, dass sie nur selten nördlich der europäischen Kultivierungsgrenze für Wein siedelten. Das man dieses Getränk mit teuren Gewürzen vermischte, sollte es wahrscheinlich in erster Linie haltbarer machen.

Von Hippokrates zu Hypocras

Kartoffelpuffer oder auch Baggers genannt auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt

Baggers können sehr gut als Basis für den guten Besuch am Christkindlesmarkt und einem anschließenden Glühwein Genuss dienen
Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so

Einige Abschriften des "De re coquinaria" sind uns noch aus der Karolingerzeit erhalten und lassen vermuten, dass der mittelalterliche Gewürzwein ,"Hypocras" genannt, den römischen "Conditum" zum Vorbild hatte. Man nimmt aber an, dass er kalt getrunken wurde. Die Verwendung von Gewürzen deutet auf eine Parallele zum Lebkuchen hin. Wie dieser, diente der Gewürzwein eher als Heilmittel, als dem Genuss. Der Name Hypocras ist von dem griechischen Arzt Hippokrates abgeleitet. Im ausgehenden Mittelalter trank man den gesüßten Wein nicht mehr ausschließlich zur Heilung, sondern auch weil er so gut schmeckte. Dies belegt unteranderem ein Rezept, das vom Leibkoch Kaiser Karls V. festgehalten wurde. In Basel hat sich diese Bezeichnung Hypocras bis heute für den ortstypischen Gewürzwein erhalten, der als Spezialität gilt.

Vom Weihnachtsmarkt nicht mehr wegzudenken

Verschiedene Flaschen Glühwein in der Auslage einer Bude am Christkindlesmarkt

'Welchen hättn's denn gern?' Verschieden Glühweine auf dem Christkindlesmarkt in Nürnberg
Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so

Wann genau man begann den Wein heiß zu trinken ist nicht bekannt. Damals wie heute genießt man den Glühwein vor allem in der Adventszeit und besonders auf Weihnachtsmärkten. Dabei ist der Nürnberger Glühwein wohl in der ganzen Republik einer der beliebtesten, wenn nicht sogar der beste. Kein Wunder, denn hier verliefen die Handelsrouten für Gewürze, die man für die Herstellung der Weinspezialität benötigte. Ein Reinheitsgebot für Glühwein gibt es nicht. Dennoch darf nicht alles unter diesem Namen Verkauft werden. So müssen unbedingt Nelken, Zimt, Zucker und Wein in dem Getränk enthalten sein. Der Alkoholgehalt muss, laut Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mindestens bei 7 % liegen. Da Alkohol bekannter Weise bei 78,37 °C zu verdunsten beginnt, darf die Ausschanktemperatur also nicht höher sein, sonst wird aus den Glühwein ein Kinderpunsch. Die meisten Ausschankstellen haben abgedichtete Töpfe, die ähnlich wie ein Bierfass funktionieren, um das Verdunsten zu verhindern. Erfrieren wird man auf den Christkindlesmarkt (Besucher-Guide Christkindlesmarkt Nürnberg) also nicht, wenn man genug Glühwein getrunken hat. Auf diese Weise kann man die Menschenmassen auch besser aushalten und das Adventsereignis genießen.

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