Nürnberger Studenten organisieren internationales Symposium

Aktualisiert am 04. Februar 2019 von
Ludwig-Erhard-Symposium in Nürnberg

Mit dem Ludwig-Erhard-Symposium veranstalten Nürnberger Wirtschaftswissenschaftsstudenten der Uni Erlangen-Nürnberg ein hochkarätiges Symposium. Montage: © Markus Wolf / Nürnberg und so – Foto: © Ludwig-Erhard-Symposium

Als Ludwig Erhard, der Zigarre rauchende CDU-Politiker aus Fürth, 1949 Wirtschaftsminister wurde, konnte noch keiner ahnen, wie groß der Einfluss des Modells der „Sozialen Markwirtschaft“ einmal werden würde. Der Begriff, den Erhard übrigens von Alfred Müller-Armack, einem Ökonom und Soziologen, übernommen hat, wurde zu einem alltäglichen Schlagwort in Politik und Presse. In unseren Köpfen hängt er fest mit dem Begriff des Wirtschaftswunders zusammen. Aber was ist das eigentlich? Man könnte knapp sagen es ist der Versuch das Prinzip eines freien Marktes mit sozialem Fortschritt in Einklang zu bringen. Wobei sich das Adjektiv „sozial“ nicht in eigentlichen Sinn auf die spezielle Form der Marktwirtschaft bezieht, sondern vielmehr auf die Art der staatlichen Eingriffe in den Markt.

Büste Ludwig Erhard

Büste von Ludwig Erhard, aufgestellt in seiner Geburtsstadt Fürth. Foto: Quelle Wikipedia

Durch die Eindämmung sozialer Konflikte, die der Kapitalismus mit sich brachte, verbesserten sich die Lebensbedingungen der Bevölkerung und die Demokratie in Deutschland konnte gefestigt werden. Die „Soziale Marktwirtschaft“ hat Deutschland lange geprägt und ist zu einer Art Gegenentwurf zum amerikanischen Kapitalismus geworden. Die vielen kleinen und großen Krisen und vor allem die Finanzkrise seit 2008 haben allerdings die Sozialsysteme vieler europäischer Länder aufgeweicht. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass der Begriff künftig zu einer leeren Worthülse verkommt und der soziale Aspekt eine marginale Rolle spielen wird.

Wirtschaftswunder 3.0 – erfolgreiches
und nachhaltiges Handeln
in der Welt von morgen

Das Ludwig-Erhard-Symposium

Orgateam des Ludwig Erhard Symposiums

Das Orga-Team des Symposiums besteht nur aus Studenten der Nürnberger Wirtschaftswissenschaften - Tolle Leistung, Respekt! Foto: © Ludwig-Erhard-Symposium

In der Tradition Ludwig Erhards, der einen großen Teil seines Lebens in Nürnberg und Fürth wirkte, sehen sich auch die Initiatoren des „Ludwig-Erhard-Symposiums“. Die Konferenz wird am 9. und 10. Oktober zum ersten Mal auf dem Nürnberger Messegelände, unter dem Motto "Wirtschaftswunder 3.0 – erfolgreiches und nachhaltiges Handeln in der Welt von morgen" stattfinden. Bemerkenswert wenig ist in den kurzen Beschreibungen der Vorträge von der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise die Rede. Dafür ist „Nachhaltigkeit“ ein großes Thema, das in vielen Facetten zur Sprache kommen wird. Was diesen Kongress von anderen abhebt: Er wurde von Studierenden des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der „Friedrich-Alexander-Universität“ organisiert und die Studenten sind es auch, die den Kongress leiten werden. Aufgrund ihre Mitarbeit bekommen sie einen Einblick in ihr späteres Berufsfeld und gleichzeitig praktische Erfahrungen. Auf der Gästeliste der internationale Wirtschaftskonferenz stehen viele bekannte Gesichter aus Politik und Wirtschaft. Unter anderem der ehemalige Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, Edmund Stoiber sowie der Hauptgeschäftsführer des „Bundesverbandes der Deutschen Industrie“ Markus Kerber. Der ehemalige EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing wird über „Stabiles Geld“ reden, dass er als Voraussetzung für „Soziale Markwirtschaft“ sieht. Allerdings kommen auch unbekanntere Redner zu Wort, was zu einem sehr breiten Spektrum an Beiträge führt. Die Veranstalter rechnen mit 700 Gästen, die durch Redebeiträge, Workshops und Podiumsdiskussionen einen neuen Blick auf das aktuelle Wirtschaftsgeschehen bekommen und mehr über die Trends der nächsten Jahre erfahren werden. Zudem werden sich auch gute Gelegenheiten ergeben persönliche Netzwerke aufzubauen und Kontakte zu pflegen.

Eine Uni - zwei Standorte

Gebäude Universität Altdorf

1575 wurde die Hochschule der Reichsstadt Nürnberg in Altdorf bei Nürnberg eingeweiht und 1622 zur Universität erhoben. Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so (cc)

Bis 1809 hatte Nürnberg eine eigene Universität in Altdorf, die aber nach der Eingliederung in das Königreich Bayern geschlossen wurde. Die beiden Standorte der Friedrich-Alexander-Universität kamen aber erst 1961 zustande, als die „Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Nürnberg“ als eigene Fakultät in die Universität integriert wurde. Die Veranstaltung soll daher auch dazu dienen den Universitätsstandort Nürnberg mit seinem Schwerpunkt der Wirtschaftswissenschaften bekannter zu machen. Die Universität Erlangen Nürnberg ist bis jetzt eher für die medizinische Fakultät in Erlangen bekannt, während die wirtschaftlichen Studiengänge in Nürnberg leider oft nicht die selbe Aufmerksamkeit erhalten. Das Symposium ist auch eine Werbung für den Standort Nürnberg und soll dessen Reputation und Bekanntheit deutlich verbessern.

Wer sich für wirtschaftliche Fragen interessiert oder das Symposium unterstützen möchte kann sich auf der Seite www.le-symposium.de noch anmelden und teilnehmen.

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