Einmal mit dem Fahrrad um die Welt – Starcks eigener Ironman

Aktualisiert am 04. Februar 2019 von
Felix Starck einsam auf der Straße

In 365 Tagen, 22 Länder und 18.000 Kilometer – Felix Starck hat seine Reise im Film “Pedal the World” dokumentiert. Foto: © Felix Starck / Pedal the World

Felix Starck, 24, präsentierte am 25.03. um 19 Uhr im Odeon Bamberg seinen Film „Pedal the World“. Ein Film von der Erfüllung eines großen Traumes – der Reise um die Welt. Einer Reise, die sein Leben und ihn selber verändert hat.

365 Tage, 22 Länder und 18.000 Kilometer! Ein ganzes Jahr bereist der junge Mann, Felix Starck, auf dem Fahrrad unseren Planeten, erlebt die Zeit seines Lebens und lässt sich von Nichts unterkriegen. Er beweist Mut zur Freiheit, Stärke und erobert nun mit seinem selbstgedrehten Film „Pedal the World“ ganz Deutschland. Am Mittwoch ist er auch in Bamberg zu Gast und nun im Interview mit „Nürnberg und so“.

Valerija: Lieber Felix, du hast eine atemberaubende Weltreise auf dem Fahrrad hinter dir. Ein ganzes Jahr lang hast du die Welt bereist und dich von Nichts daran hindern lassen. Was hat dich dazu bewegt eine solche Reise zu unternehmen?

Die Namensähnlichkeit mit Tony Stark
aus dem Film Iron Man ist rein zufällig
Felix Starck mit Fahrrad

Auch wenn man es nicht gut erkennen kann, aber die GoPro ist immer mit dabei. Foto: © Felix Starck / Pedal the World

Felix: „Ich habe als 17-Jähriger die High School in den USA besucht und hatte schon davor die Idee zu einer Weltreise, wollte dafür sogar das Abi schmeißen. Dieses Auslandsjahr hat meine Reiselust noch mehr geweckt und ich wollte etwas total Verrücktes tun – sozusagen aus dem System ausbrechen. Deshalb kam ich auf die Idee zu der Weltreise mit dem Fahrrad.“

Von Herxheim nach Istanbul, Bangkok, Singapur, Laos, Kambodscha, Neuseeland, USA, Norwegen, Holland, Belgien und Frankreich. Das ist eine ziemlich ungewöhnliche Route für eine Weltreise. Wie ist sie entstanden und was waren die schönsten Orte und Städte, die du während deiner Tour gesehen hast?

365 Tage, 22 Länder und 18.000 Kilometer!
Felix Starck Griechenland

Felix Starck – Sichtlich stolz in Griechenland zu sein. Foto: © Felix Starck / Pedal the World

Felix: „Ich habe Tag für Tag die Reise geplant. Alles andere wäre extrem demotivierend gewesen. Nüchtern gesehen war die Route natürlich eher schwachsinnig, denn eigentlich waren es nur 18.000 Kilometer auf dem Rad und somit keine echte Weltreise, aber um den Kilometerstand ging es ja bei meiner Reise auch gar nicht. Es war eher eine Kulturreise über mehrere Kontinente. Der Weg war das Ziel und so erlebte ich auf meiner Reise wunderschöne Momente. Mein Highlight war Neuseeland! Schöne Landschaften, wohin das Auge reicht, Berge, Strände und sehr nette Menschen. Wildfremde Leute haben mich aufgenommen, waren gastfreundlich, haben mich zum Essen eingeladen. Das war toll!“

Valerija: Du bist ja untrainiert losgefahren. Bist du auf der Reise an deine körperlichen Grenzen gestoßen?

Felix: „ Ja, ich war ziemlich untrainiert, aber das hielt mich trotzdem nicht von meinem Vorhaben ab. Zwar ist Radfahren mit 55 kg Gepäck und bei jedem Wetter nicht wirklich spaßig, aber es war schön zu spüren, wie ich jeden Tag immer fitter wurde. Am ersten Tag hab ich nur 30 Kilometer geschafft, am dreißigsten waren es schon 100 Kilometer und irgendwann dann in Amerika 180km! Das war dann meine Motivation.“

Felix Starck sichtlich zufrieden

Nach dem Bergpass würde ich auch stundenlang so da stehen :-). Foto: © Felix Starck / Pedal the World

Valerija: Auf jeder Reise gibt es Höhen und Tiefen. Welche waren es auf deiner Reise und würdest du nochmal so etwas unternehmen?

Felix: „Es war definitiv das beste Jahr meines Lebens, dennoch gab es leider mehr Tiefen als Höhen. Mein Opa ist in dieser Zeit gestorben, ich hatte mir in Serbien eine Lungenentzündung eingefangen, an deren Folgen ich immer noch leide und mein Reisepartner ist schon nach vier Wochen ausgestiegen. Die Einsamkeit war allgegenwärtig. Es war oftmals schwierig und ich habe häufig daran gedacht umzukehren, mich einfach in den Flieger zu setzen und wieder zurück nach Hause zu fahren. Aber ich habe die Stärke zum Weitermachen in mir gefunden, bis ans Ziel. Und ich habe es geschafft! Diese Reise hat mich nicht nur körperlich gestärkt, sondern auch meinen Geist sehr geprägt. Deshalb würde ich so eine Reise immer wieder machen! Eine einzigartige Erfahrung.“

„Es war definitiv das beste Jahr meines Lebens“ (Felix Starck)
Felix Starck Straßenfahrrad

Felix Starck – Mal eine andere Art von Fahrrad. Foto: © Felix Starck / Pedal the World

Valerija: Wie kamst du auf die Idee, daraus einen Film zu machen?

Felix: „Das war eher Zufall, als geplant. Ich hab mir das Material angesehen und gemerkt, dass eine Menge Potenzial drin steckt.“ Valerija: Dein Film ist auf dem besten Weg ein echter Erfolg zu werden. Du warst bei Stern TV zu Gast und unter anderen hat auch DER SPIEGEL über dich berichtet. Hast du damit gerechnet?

Felix: „Nein, niemals hätte ich gedacht, dass das Teil so durch die Decke geht. Allein der Trailer hat jetzt schon knapp 500.000 Klicks. Sogar manche Hollywoodfilme haben weniger. Das kam echt unerwartet. Aber ist doch schön, dass es so viele Menschen gibt, die sich fürs Reisen begeistern können! Reisen ist eben etwas Wunderbares: Man sammelt neue Erfahrungen, lernt die Welt auf eine ganz andere Art und Weise kennen. Sie gibt jedem mehr Freiheit und verändert letztendlich den Menschen.“

Pedal The World / An Adventure Around The World On A Bike. Video: © beech studios

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