“That Yoda Guy” Nick Maley im Interview: Wie es um die FXpo in Nürnberg steht

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Benjamin Jungert zusammen mit Nick Maley

Nick Maley sorgte 2014 mit seinem Star Wars inspirierten Museum FXpo in Nürnberg für Furore. Wir sprachen mit ihm über den aktuellen Stand des Projekts. Foto: © Heike Stiegler / Nürnberg und so

Anfang 2014 drangen die ungewöhnlichen Pläne nach Nürnberg: Nick Maley, bekannt als einer der Schöpfer von Yoda, möchte in der Noris ein Hologramm-Museum eröffnen. Im April 2015 habe ich ihn nach dem aktuellen Stand gefragt.

Wahrscheinlich war Markus im letzten Jahr aufgeregter. Als Nick Maley im Frühjahr 2014 samt Yoda-Figur in Nürnberg war, sog er gespannt dessen Weisheiten auf. Maley war damals unterwegs, um über seine ungewöhnlichen Pläne zu berichten: Er möchte in Nürnberg ein Hologramm-Museum, auch FXpo genannt, eröffnen. Ein knappes Jahr später traf ich den Designer von Spezialeffekt-Make-Up, um zu hören, was aus dem Vorhaben geworden ist.

Und dann lauschte auch ich gebannt dem Mann, der nicht nur den Star-Wars-Fans, sondern auch Filmliebhabern bekannt sein dürfte: So hat er unter anderem Anthony Hopkins in den Glöckner von Notre Damme verwandelt und mit Stanley Kubrick zusammengearbeitet (wie er mir verriet, war er u.a. an den Effekten in der Badezimmer-Szene in “The Shining” beteiligt).

Was ist Ihr liebster Spezialeffekt - außerhalb der Filmwelt?

Eine schwierige Frage. Über Film-Spezialeffekte könnte ich sicher viel erzählen, aber eine Sache fällt mir ein: Die Show “Kà” vom Cirque du Soleil in Las Vegas. Dort gibt es wunderbare Effekte: eine rotierbare Bühne, die Artisten schweben an Seilen und es scheint, als schwebe man selbst; die Perspektive wechselt ständig. Das ist die Magie des Theaters.

“Episode I - III waren nicht meine Favoriten”

Apropos Effekte: Wie fanden Sie die neuen Star-Wars-Trailer?

Der erste Trailer hatte für mich einen Wow-Effekt. Der zweite hatte mehr Inhalt. Ich bin sehr zuversichtlich, was den neuen Star-Wars-Film angeht. Die Episode I - III waren aber nicht meine liebsten Teile. Ich bin sehr froh, dass Lawrence Kasdan als Drehbuchautor wieder mit dabei ist. Er schrieb Episode V und VI. Man geht also, denke ich, wieder zurück zur alten Formel. Ich glaube, dass Episode VII ein ziemlich düsterer Film wird. Den Trailer habe ich, wie jeder andere wohl auch, an meinem PC gesehen, auch wenn es im Kino vielleicht schöner gewesen wäre.

Benjamin im Gespräch mit Nick

Benjamin im Gespräch mit Nick, über Gott, die Welt und natürlich die FXpo. Foto: © Heike Stiegler / Nürnberg und so (cc)

Nun sind Sie ja in Nürnberg, um Werbung für die dort geplante FXpo zu machen?

Ich organisiere gerade vielmehr, als dass ich Werbung mache. Ich habe verschiedene Interessen an verschiedenen Orten. In der Karibik (in Philipsburg, der Hauptstadt von Sint Maarten, Anm. d. Verf.), wo ich wohne, habe ich ein kleines Non-Profit-Filmmuseum, das sehr beliebt ist. Doch auch dort muss man seine Rechnungen bezahlen. Während der Hochsaison, von Dezember bis März, muss ich die Einnahmen für die Nebensaison machen.

Jetzt nutze ich die Zeit, um mich der FXpo zu widmen. So mussten viele Rechtsangelegenheiten geklärt und bürokratischer Papierkram erledigt werden.

Wie geht es nun 2015 mit dem Museum weiter?

Ich unterteile Vorhaben gerne in kleine Abschnitte, dennso ist es leichter, ein Projekt zu handeln. Zuerst mussten wir Geld aufbringen, um das Rechtliche zu klären. Momentan sind wir in der Fundraising-Phase, über die ich aber noch nicht allzuviele Worte verlieren möchte.

Wie man weniger enttäuscht wird

Wir haben vor noch dieses Jahr einige Displays zu zeigen, die vermitteln sollen, wie das Museum in Nürnberg aussehen könnte. Wenn jemand sagen würde ‘Hier hast du eine halbe Millionen’, dann würden wir freilich schneller zum Ziel kommen. Der nächste große Schritt ist sicher, permanente Räumlichkeit in Nürnberg zu bekommen. Doch das geht nur über Sponsoren und diesen Leuten muss man natürlich etwas vorzeigen, damit sie sich eine Vorstellung machen können und so Vertrauen in die Sache gewinnen.

Sprecher nimmt Mikrofon entgegen

CSC Jäkle Chemie hat 5.000 Euro gespendet. Foto: © Heike Stiegler / Nürnberg und so (cc)

Als ich im April 2014 hierher kam, zeigten mir die Leute, mit denen ich zusammenarbeitete, verschiedene Optionen auf. Sie sagten mir gewisse Summen zu, doch letztendlich passierte nichts. Auch deswegen nun die kleinen Schritte - so kann man nicht enttäuscht werden. Es wird also sicher länger dauern, als gedacht.

“Berlin hätte uns nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt”

Ursprünglich waren auch andere Städte, wie z. B. Berlin, für das Museum angedacht. Warum ist Nürnberg immer noch der Favorit?

Nick Maley

Nick Maley in der Jugendherberge Nürnberg. Foto: © Benjamin Jungert / Nürnberg und so (cc)

Große Städte wie diese klingen zunächst nach einer guten Idee, bis man selbst dort ist und mit den Leuten in Kontakt tritt. In Berlin gibt es bereits so viel, was stattfindet und die Behörden haben genug damit zu tun. Wir hätten dort wohl nie die Aufmerksamkeit erhalten, wie wir sie hier bekommen haben. Ich habe Nürnberg bewusst gewählt, weil es genau die richtige Größe hat und die Ausstellung der Stadt etwas hinzufügen kann. Außerdem möchte ich die Kontrolle darüber behalten, was die Essenz der FXpo ausmacht. Auch deswegen habe ich nicht mit dem Studio Babelsberg in Berlin oder den Bavaria Filmstudios in München zusammengearbeitet. Ich habe eine ganz besondere Vision für das Museum, da möchte ich mich nicht limitieren lassen.

Das passt auch gut zu dem Spruch, den ich jungen Menschen gerne mitgebe: ‘Lass dich in deinem Leben nicht durch die beschränkte Vorstellungskraft anderer Leute begrenzen.’

Was kann man in dem Museum sehen, was einem z.B. ein 3-D-Film nicht bietet?

Es ist eine völlig andere Erfahrung. Dort wirst Du physisch den Ort durchlaufen; es gibt verschiedene Themenschwerpunkte bzw. Kapitel zu Effekten, z.B. zur Geschichte der Stop-Motion-Technik. Das ist interessant, da dies im digitalen Zeitalter besonders in Vergessenheit gerät. Wir möchten die Geschichten von Film-Effekten und den Menschen dahinter erzählen. Mit Hilfe eines Hologramms kann dir jemand erzählen, wie er beispielsweise die Gremlins konstruiert hat. Die einzige Gemeinsamkeit mit dem Kino ist der dunkle Raum in dem das alles statt findet.

Die Suche nach Sponsoren

Ist das Quelle-Areal immer noch eine Option?

Nick Maley spricht über sein Projekt

Nick Maley ist mit Leidenschaft dabei. Foto: © Heike Stiegler / Nürnberg und so (cc)

Mir hat das Gelände gefallen; es ist ziemlich zentral und jeder weiß, wo es ist. Das Problem mit Quelle ist die Politik und die ungewisse Zukunft (im Juni 2015 soll das Gelände versteigert werden, Anm. d. Autoren). Wir möchten nicht zuerst viel Geld investieren um dann einen Monat später gesagt zu bekommen, dass wir wieder raus müssen. Wir sind deshalb gezwungen uns auch nach anderen Optionen umzusehen.

Momentan, um wieder auf die kleinen Planungsschritte zurückzukommen, suchen wir zunächst einen kleineren Ort. Einen Workspace, an dem wir etwas Vorzeigbares produzieren können. Wir wissen noch nicht, ob das öffentlich passieren wird oder wir erstmal nur potentielle Sponsoren einladen.

Die Stadt Nürnberg hat uns, wie andere an dem Standort interessierte Firmen auch, finanziell unterstützt. Das Förderprogramm heißt ‘Nürnberg Fürth for excellence’. CSC Jaeklechemie hat auch etwas beigetragen. Generell brauchen wir auch die Unterstützung der hiesigen Bevölkerung. Ich denke es ist Zeit, dass man sich an Nürnberg nicht nur des Zweiten Weltkriegs wegen erinnert. Die Leute dieser Stadt können stolz auf das Museum sein, das ich letztlich auch international etablieren möchte. Wir könnten das z.B. über eine geringe Spende für FXpo-Buttons ermöglichen. Das Museum ist übrigens Teil der Nonprofit-‘Follow your star foundation’. Bei dieser geht es darum jungen Leuten Mut zu machen und sich nicht durch die Negativität anderer davon abhalten zu lassen seine Leidenschaft im Leben zu finden. Für diese muss man dann auch Risiken eingehen. Das entspricht natürlich nicht der traditionellen Weisheit ‘Geh zur Schule, finde einen guten Job, arbeite 40 Jahre, gehe in Rente und warte darauf, dass Du stirbst.’ Wer ein außergewöhnliches Leben führen möchte, kann das nicht auf herkömmliche Weise tun.

Das FXpo-Projekt verlangt also einen langen Atem, eine geeignete Location und noch viele begeisterungsfähige Leute, die entweder einen kleinen Beitrag sponsern oder größere Investoren. Schwierig dabei ist grundsätzlich, sich zum einen nicht limitieren zu lassen und zum anderen aber auf größere Geldgeber angewiesen zu sein.

Das Hologramm-Museum dürfte eine Bereicherung für die Stadt sein, denn das Thema Film bzw. Film-Effekte ist bestimmt nicht das erste, das man mit Nürnberg in Verbindung bringt. Nick Maley und Yoda sind dafür sicher gute Zugpferde.

Wer weiterhin auf dem aktuellen Stand in Sachen FXpo bleiben möchte, kann dem Projekt via Facebook folgen.

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