Schlaf: Jeder macht es, aber viele leider falsch

Veröffentlicht am von
Schlaf dich schön

Ein wichtiges Element für guten Schlaf: die Schlafmaske. Foto: © Benjamin Jungert / Nürnberg und so (cc)

Christine Lenz ist Schlaf-Coach. Bei ihr bekommen Privatpersonen wie auch Unternehmen Beratung darüber, wie man durch Schlaf gesünder und leistungsfähiger wird. Ein Interview über Powernapping, luzides Träumen und den Schlaf als Grenzbereich.

Im alltäglichen Sprachgebrauch verwenden wir das Wort Schlaf oft mit zwei Gegensätzen: Entweder ist jemand ausgeschlafen, das heißt voll leistungsfähig oder jemand ist verschlafen, d.h. er verpasst die wichtigen Momente im Leben. Christine Lenz ist zertifizierte Gesundheits- und Krankenpflegerin arbeitet als Schlaf-Coach. Viele dürfen sie schon beim Creative Monday oder der Pecha-Kucha-Night im Neuen Museum Nürnberg gesehen haben. Sie weiß, was es heißt, einfach besser zu schlafen. Während einer ihrer Workshops habe ich mich mit ihr über dieses facettenreiche Thema unterhalten.

Was bedeutet Schlaf für Dich?

Die Menschen schlafen im Schnitt eine halbe Stunde weniger als noch in den Siebzigern oder Achtzigern. Wir haben Schlaf verloren und häufen ein Schlafdefizit an, das wir oft ins Wochenende hineinretten. Klar, wir lieben unsere Stresshormone im Beruf, auf Dauer sind wir aber anfälliger für seelische Erkrankungen wie Depressionen und haben ein höheres Risiko für Schlaganfall, Sekundenschlaf im Auto etc. Das Stresshormon muss runtergefahren werden und ist nicht gut für die Mitarbeiter.

Portrait Christine Lenz

Schlaf-Coach Christine Lenz. Foto: © Benjamin Jungert / Nürnberg und so (cc)

Wir haben immer ältere Arbeitnehmer; diese brauchen auch längere Erholungszeiten. Mein Anliegen ist es, dagegen anzugehen, dass sich zum Beispiel Manager damit brüsten, mit wenig Schlaf auszukommen. Wenn man sich einmal deren tatsächliche Arbeit ansieht, ist sie nämlich voller Fehler.

Man kann auch das Gedankenkarussel abstellen und der Chef muss erkennen, dass ihn das etwas angeht. Das geht z.B. mit Powernapping - und man ist hinterher kreativer.

Das ideale Powernapping

Gutes Stichwort: Deine Tipps zum Powernapping?

10 bis 20 Minuten sollte es dauern. Bei 30 Minuten denke ich, geht man schon in die Tiefschlafphase, manchmal auch Phase 3 genannt, hinein. Wenn man dann aufwacht, fühlt man sich oft gnatschig. Im Schlaf sortieren wir Informationen, und dieser Prozess ist dann unterbrochen.

Die ideale Mittagspause sieht für mich so aus: Rausgehen und Tageslicht abholen, in die Kantine, Powernapping. Mein zusätzlicher Tipp: Kurz vorher einen Espresso trinken, der kickt nach etwa 20 Minuten.

Was sagst Du zum Thema luzides Träumen, also Träume, bei denen man weiß, dass man träumt und auch Einfluss auf sie nehmen kann?

Es gibt ein paar Menschen, die können das wirklich lernen. Es gibt Studien dazu, die aber eher zwiespältig sind, da sie nur mit wenigen Teilnehmern gelaufen sind. Und das Thema hat für kein Unternehmen einen Vorteil, ist also schwierig zu finanzieren. Von den 20 Teilnehmern konnte es vielleicht einer.

Wenn man es selbst ausprobieren möchte: Wenn man an der Schnittstelle zwischen der REM-Phase, in der man träumt, und der ersten Schlafphase aufwacht, ist das der Part, an dem man sich an die Träume erinnern kann.

Schlafmaske Christine Lenz

Sitzt gut: Die Schlafmaske von Christine Lenz. Foto: © Benjamin Jungert / Nürnberg und so (cc)

Leg dir dann einfach ein Buch neben das Bett und schreib deinen Traum auf. Wenn man das konsequent über ein paar Wochen macht, kann man sich erstens besser an seine Träume erinnern und zweitens das luzide Träumen üben. Man kann seinem Traum auch eine Farbe und Geruch zuordnen, um das Ganze zu erweitern. Man kann das Erlebnis reproduzieren, wenn man z.B. diese Gerüche wie Waschmittel im Schlafzimmer verteilt.

Von den letzten Atemzügen

Der Schlaf ist auch ein Grenzbereich im Leben, Hypnos und Thanatos, der Schlaf und der Tod, sind in der Mythologie Brüder. Wie sind Deine Erfahrungen mit Sterbenden?

Meistens läuft es friedlich ab. Wenn die Leute einschlafen, entspannen sich die Gesichtszüge. Und ähnlich ist es beim Sterben. Für viele, die noch nie einen Sterbenden begleitet haben, ist es freilich auch verstörend: Die Atmung fängt an zu rasseln und das erschreckt die Angehörigen. Man merkt oft ganz genau, ob jemand loslassen kann; oft wollen die Sterbenden noch etwas mit jemanden klären oder jemanden ein letztes Mal sehen. Im Gespräch geht es auch darum, den Leuten Sicherheit zu vermitteln und zu sagen, dass es gut ist, wie es ist.

Wie waren die Workshops bisher, die Du im Josephs zum Thema Schlaf gehalten hast?

Es war mehr ein Gesprächskreis mit anschließender Meditation. Es ist immer eine offene Veranstaltung; mir ist wichtig, dass die Leute im Anschluss etwas mit nach Hause nehmen und anwenden können.

Christine Lenz bietet zum einen die Schlafberatung. Diese richtet sich, in Vorträgen, Workshops oder individuellen Gesprächen, sowohl an Einzelpersonen oder Gruppen oder auch an ganze Unternehmen. Zusätzlich zu dieser Dienstleistung bietet sie ein naheliegendes Produkt an, nämlich eine Bio-Schlafmaske, die sich von vielen anderen auf dem Markt erhältlichen unterscheidet. Informieren kann man sich unter Christines Homepage.

Produkt-Übersicht

Eine Auswahl der Produktpalette von Christine Lenz. Foto: © Benjamin Jungert / Nürnberg und so (cc)

Blog abonnieren
'Nürnberg und so' Blogfeed abonnieren

Zusätzlich zu dem Podcast stellt 'Nürnberg und so' auch immer wieder begleitende Geschichten und Informationen aus der Metropolregion Nürnberg vor.

Blog-Artikel als RSS Feed abonnieren

Du willst nichts verpassen?
Anmeldung E-Mail Newsletter 'Nürnberg und so'

Anmeldung zum E-Mail Newsletter

Sätze für die Ewigkeit
Podcast Nürnberg und so
Das Ziel einer Convention ist es, nicht umzufallen!
Svetlana Quindt in Sendung No. 21
Mit Blick auf mein Konto kann ich nicht behaupten, dass ich weiß wo das Geld wächst.
Jan Hagemann in Sendung No. 23
Gibt es so was auch für Senioren?
Daniel Bendl in Sendung No. 6
Letzte Podcast Sendungen
Nürnberg und so

Jörg Korinek / Podcast-Sendung No. 32

Veröffentlicht am 05.05.2015

Den geborenen Göppinger lockte ein Praktikum in die Frankenmetropole. Dem Weg zum Informatik-Studium gingen einige bundesweite Schulaufenthalte voraus, bei denen er Orientierung gewann und diverse…

zur Sendung No. 32

Roland Rosenbauer / Podcast-Sendung No. 31

Veröffentlicht am 11.02.2015

Aus Cadolzburg kommend, finanzierte er sich mit dem "Ruf der Unendlichkeit" oder der "Rache des Knochenmannes" seine Schulzeit. Trotz BWL Studium landete er schließlich beim Jugendfunk des…

zur Sendung No. 31

Aktuelle Magazin-Artikel
Nürnberg und so

Industriebau mit Pfiff: Die alte Schuhfabrik in der Eschenstraße

Veröffentlicht am 15.05.2017

Auch Fabrikgebäude können schön sein. Als vor rund 100 Jahren die Schuhfabrik an der Kreuzung Eschen- und Ulmenstraße in Gibitzenhof entstand, war sie Arbeitsplatz und baulicher…

weiterlesen

Interview zum Film Weit, Ein Weg um die Welt

Veröffentlicht am 06.05.2017

Gwen und Patrick aus Freiburg beschließen vor drei Jahren eine Weltreise zu machen und sich damit einen Traum zu erfüllen. Balkan, Iran, Indien, China, Japan, Mittelamerika und noch viele andere…

weiterlesen

Einheitlich und doch malerisch: Die Baaderstraße

Veröffentlicht am 01.05.2017

Um 1910 ging der Trend zur Putzfassade. Der gute, alte Sandstein kam immerhin noch für Erdgeschosse und Zierteile zur Anwendung. In dieser Zeit entstand an der Baaderstraße in Bleiweiß ein ganzer…

weiterlesen

Nobles Wohnen an der Wöhrder Wiese: Eine Villa in der Reindelstraße

Veröffentlicht am 17.04.2017

Die Marienvorstadt war Nürnbergs erste geplante Stadterweiterung seit dem Mittelalter. Ab 1860 trat sie an die Stelle der Gärten vor der Königstormauer. Um 1900 war das „In-Viertel“ bereits…

weiterlesen