„Darum spielen wir keine Playstation" - Besuch beim ADAC Renn-Slalom

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Aufkleber Liebe ist...

Nicht nur für Pärchen, sondern auch für Gruppen oder allein lohnt sich der Besuch des alljährlichen ADAC Renn-Slaloms. Foto: © Daniel Bendl / Nürnberg und so

Sonntag Morgen. Heute steht ein sportlicher Event auf der Tagesordnung. Nicht das 'Radrennen um die Altstadt‘, welches zeitgleich stattfindet und in diesem Jahr seine 25. Auflage hat. Ich habe mir etwas traditionsreicheres dick im Kalender eingetragen: den 47. ADAC Renn-Slalom. Also auf zur Steintribüne am Zeppelinfeld in Nürnberg.

Morgens halb zehn in Deutschland. Während der Durchschnittsdeutsche um diese Uhrzeit gerade sein Müsli in der Milch versenkt oder beim Bäcker ansteht, weht mir der Duft von fränkischen Bratwürsten um die Nase. Vor dem Frühstück aber erst einmal einen Überblick verschaffen. Hinter Adolfs bröckelnder Steintreppe befindet sich das Fahrerlager. Hier hat jeder Zugang und so kommt man den motorsportbegeisterten Männern und Frauen, die hier gerade ihre Fahrzeuge von Anhängern laden, sehr nahe. Hektisches Treiben wie beim DTM-Rennen gibt es hier nicht. Ruhe und Gelassenheit bieten Platz für neugieriges Schauen und Zeit für einen Plausch.

weisser Opel Corsa Rennauto

Eine Ansage an die Fahrzeuge dahinter. Foto: © Daniel Bendl / Nürnberg und so (cc)

Ein Dutzend Motorsport-Fans stehen bereits vor mir am Versorgungsstand und warten geduldig auf die Bräunung der Bratwürste und Steaks. Der Duft von Gebrutzeltem mischt sich weiter vorn an der Start-Linie bereits unter den ersten Schleier von verbranntem Gummi. Spätestens jetzt schlägt die Begeisterung für röhrende Motoren, Spoiler und Slicks höher. Hier geht es jedoch nicht um schöner, tiefer, breiter. Von den Tunern distanziert man sich hier, wie mir mehr als einmal deutlich gemacht wird. Beim ADAC Renn-Slalom treten echte Motorsportler an. Manch einer Karosse sieht man die Spuren des Rennstrecken-Splitts an und das soll wohl auch so sein. Kleine Makel statt Bling-Bling-Felgen oder Metallic-Lack.

Bildershow zum 47. ADAC Renn-Slalom

100 Bilder vom 47. ADAC Renn-Slalom.

Im Motorsport geht es immer um Zeit. Während jedoch bei klassischen Rundenrennen wie Formel 1 oder eben DTM die Zeit meist nur in der Qualifikationsphase eine Rolle spielt, dreht sich beim Renn-Slalom wirklich alles um Sekunden, Zehntel und Hundertstel. Hier startet jeder einzeln auf der mit Pylonen abgesteckten Strecke. Bei einem Trainingslauf und zwei Wertungsläufen gilt es die schnellste Zeit im Asphalt der Noris zu markieren. Damit alles fair zugeht, sind die Fahrzeuge dabei in leistungs- und typenabhängige Klassen unterteilt. So gewinnt am Ende z.B. neben einem Audi TT-RS auch ein Citroen Saxo.

gelber BMW M3 Renntaxi

Man sollte sich von älteren Modellen nicht täuschen lassen: Der BMW M3 bot eine rasante Fahrt um den Parcour. Foto: © Daniel Bendl / Nürnberg und so (cc)

Zur Mittagszeit bietet der ADAC Renn-Slalom Fahrten im Renntaxi an. Die auf der breiten Straße abgesteckte Strecke macht auf den ersten Blick nicht viel her. Als Zuschauer von der Tribüne aus, kann man auf Grund der Fahrzeugbewegungen die wirkenden Kräfte bereits erahnen. Als Fahrgast im Renntaxi jedoch mag man dem Fahrer bei Fahrtende um den Hals fallen und auf dem Nürnberger Straßenbelag nieder knien.

Motorsportbegeisterte Männern und Frauen bejubeln Rennkarossen und keine Bling-Bling-Felgen.

Ich wählte den knallgelben BMW M3 und somit dessen Besitzer und Fahrer Horst Scherzer für die nicht mal eine Minute dauernde Fahrt. Helm auf, der Aufforderung mich festzuhalten nachkommend warte ich auf das Heben der schwarz-rot-goldenen Startflagge. Los. Schon beim Umfahren der ersten Leitkegel lernte ich den guten Halt der Schalensitze schätzen. Links, rechts, links, rechts (man verzeihe mir ein nicht mitgezähltes Lenkmanöver) war auch schon die erste 180 Grad-Kehre erreicht. Die Bremspunkte hätte ich früher gewählt, aber es war ja meine Jungfernfahrt und somit unbekanntes Terrain. Vorwärts Richtung Start bevor die nächste Wende genommen wurde. Das Grundig Hochhaus im Blick ging es schließlich zum letzten Spurwechsel durch die Lichtschranke. Nach knapp 50 Sekunden Spaß und Adrenalin empfing mich Mitorganisator Sebastian Müller mit den Worten „Jetzt weißt du, warum wir keine Playstation spielen“. Ja, das konnte ich in diesem Moment sehr gut nachvollziehen.

Der ADAC Renn-Slalom findet jedes Jahr statt. Ihr werdet auf Nürnberg und so informiert, wann der nächste Renn-Slalom an der Steintribüne am Zeppelinfeld in Nürnberg stattfindet. Eine Möglichkeit nichts zu verpassen: Der kostenlose Nürnberg und so Newsletter

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