Foodschnacken mit Kerstin – Unterwegs mit Kölns erstem Food Truck Cookadoo

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Foodtruck Cookadoo aus Köln

Seit 2012 fährt Cookadoo durch Kölns Straßen. Der Charm und die Leidenschaft, mit der Kerstin Maida ihren Foodtruck betreibt ist ansteckend. Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so

„Hallo Kerstin und wie geht es dir?“, wird Cookadoo Inhaberin Kerstin Maida häufig begrüßt. Und es stimmt, kaum öffnete Kerstin am COO (Colone Oval Offices) die Klappe ihres Foodtrucks „stürmen“ Kunden aus den umliegenden Gebäuden in Richtung Truck. Dass der Frauenanteil dabei sehr hoch ist, kommt nicht von ungefähr. Die sehr sympathische Kölnerin und gebürtige Sächsin liebt es, ihre Kunden persönlich mit Namen zu kennen. Parallel zum Verkauf der Speisen wird auch über dies und das getratscht. „Beides macht mir riesigen Spaß“ meint Kerstin. Selbst die Null Grad Celcius am Tag meines Besuches konnten die Gäste nicht abhalten, sich ihre Portion Kerstin abzuholen. Und die Portionen können sich wirklich sehen lassen. Cookadoo ist Kölns erster Foodtruck und ich besuchte Kerstin schon in ihrer Küche und begleitete sie bis zum Verkauf beim Kunden.

Kerstin im Truck

Kerstin bereitet alles im Truck vor. Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so (cc)

Seit Anfang 2012 fährt die begeisterte Köchin schon durch Kölns Straßen. Anfänglich hat sie “Management in öffentlichen Einrichtungen” studiert und nach ihrem Praktikum in der Stadtverwaltung von Neustadt/ Aisch bei Nürnberg, zog es sie zu RTL nach Köln. 12 Jahre Mediaplanung bei RTL waren ihr genug und es musste was Neues her. „Dass ich einen Food Truck gestartet habe, war mir anfangs überhaupt nicht bewusst“, vertraute sie mir an und berichtet, dass sie lediglich ihre Gerichte mobil verkaufen wollte. Noch ohne konkrete Planungen kündigte Sie bei RTL und schon 24 Stunden später war ihr klar, wo die persönliche Weiterentwicklung sie hinführen sollte. Morgens im Badezimmer beschloss sie, es mit einem Foodtruck zu probieren. Ein Restaurant zu eröffnen, dazu fehlte ihr die praktische Erfahrung und so wurde es dann eine mobile Küche. Im April 2012 war es dann so weit, nach über einem halben Jahr Vorbereitungen ging es auf die Straße. „Das halbe Jahr Vorbereitungen ist komisch verlaufen“ meint sie. „Ich habe von meiner Idee erzählt und rechnete jedes mal mit einem ‘kannst du vergessen’ oder ‘bist du verrückt’, aber nichts. Jeder war begeistert.“ Für die euphorische Köching war das ein Glücksfall. Jetzt konnte sie endlich ihre Passion ausleben.

Die Klappe erst dann aufmachen, wenn man verkaufsbereit ist. Niemals vorher.
Kerstin beim verkosten

Kerstin verkostet in der Küche das Chili und bereitet die Linsensuppe vor. Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so (cc)

Zwischenzeitlich ist das Chili fertig gekocht und es ging ans Abschmecken. „Damit kenne ich mich aus“, meinte ich. Schwups hatte ich einen Löffel in der Hand und durfte probieren. Nach einigen Minuten Fachgespräch über Schärfe und Würze ging sie nochmal ans nachwürzen. „Ich kannte nur Swagman und daher wusste ich, dass es auch in anderen Regionen so ähnliche Verrückte wie mich gibt“ gestand sie und rührte weiter ihr Chili um. Für ihren Chevrolet Stepvan 1981 hat sie 12.000 Euro gezahlt und 5.000 Euro waren noch notwendig, damit der Truck auf die Straße gehen konnte – Oldtimer Zulassung inklusive. Der Truck, der nur einen Sitzplatz hat und mit dem sich Kerstin nicht schneller als 80 km/h zu fahren traut, leistet ihr aber von Beginn an gute Dienste. Verblüffenderweise hat sie ihren Cookadoo Foodtruck bei ebay gefunden und statt noch alles mögliche in den Truck einzubauen, war bei ihr eher das Gegenteil der Fall.

Die Lage ist entscheidend

Der Chevrolet Stepvan 1981 innen

Innenansicht des Chevrolet Stepvan 1981. Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so (cc)

Ihr erster Standort klang sehr vielversprechend, entpuppte sich aber als Reinfall. Die zweite Chance kam über Facebook und nach anfänglichen Schwierigkeiten waren zwei Wochen später alle überzeugt. Der nächste Standort kam über XING und auch dort musste sie viel Aufklärungsarbeit leisten. An eine Anfrage erinnerte sich die Cookadoo-Köchin noch besonders. „Ich sollte Standgebühr bezahlen“ erzählte sie mir und schüttelte verwundet ihren Kopf, „das geht ja wohl garnicht, in anderen Fällen werden Unternehmen dafür bezahlt, dass sie die Verpflegung übernehmen und hier sollte ich zahlen?“. An ihrem letzten Standort in Bonn ist sie – und dabei lächelte sie amüsiert – über eine Bewerbung gekommen. Diese Bewerbung war jedoch an sie gerichtet.

Foodtrucks Deutschland approved

Cookadoo ist natürlich auch FTD approved. Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so (cc)

Eines morgens fand sie einen Brief von DHL im Postkasten, in dem der Logistikdienstleister seinen Standort Bonn anpries und sich bei Kerstins mit ihrem Foodtruck bewarb. Erst im Nachhinein stellte sich heraus, dass sie von der Burrito Bande aus Frankfurt empfohlen wurde. Da auch der von Cookadoo benötigte Stromanschluss kein Problem war, versuchte sie es und schon der erste Tag war überzeugend. Seitdem steht Cookadoo Freitags bei DHL in Bonn.

Viele ihrer Gerichte sind wiederkehrend. Aber trotzdem verbessert sie diese von Woche zu Woche. Es gibt immer kleine Variationen und diejenige, die am besten ankommt, wird weiter gekocht. Ein eigener Foodtruck ist aber nicht nur Kochen und verkaufen. Jeder Tag muss per E-Mail vorbereitet werden. Über einen E-Mail Verteiler wird am Vortag jeder Standort angeschrieben, damit alle wissen, was es am nächsten Tag zu essen gibt. Ihre Vorgehensweise ist erfolgreich. Die geleerten Töpfe sind der Beweis. „Es bleibt echt selten was übrig“ weiß Kerstin zu berichten.

Donnerstags am COO – Cologne Oval Offices

COO – Cologne Oval Offices

Cookadoo begeistert an den Cologne Oval Offices (COO). Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so (cc)

Auf die mit Couscous gefüllte Paprika zusammen mit Rinderhack, Chili und CousCous-Salat fiel meine Wahl. Oben drauf gab es dann noch einen ordentlichen Klecks Minz-Joghurt. Es schmeckte vorzüglich. Zwar war es sehr kalt an diesem Tag, aber trotzdem war die Kombination sehr stimmig und das einheizende Chili zusammen mit dem Minzjoghurt ein Gedicht, die Paprika bissfest und nicht verkocht und auch der Teller funktionierte super und weichte nicht durch. Kerstin ist es gelungen, bei ihren Gerichten den Spagat zwischen Schärfe und Würze bei allen ihren Gerichten harmonisch abzustimmen. Zum Abschluss und für die Heimfahrt bekam ich dann noch eine Mousse au Chocolate mit Orangenlikör mit auf den Weg. Dieses Dessert versüßte mir die Zugfahrt zurück nach Nürnberg.

Kerstin hat mit Cookadoo in Köln einen Foodtruck etabliert, der kein „zwischen zwei Brothälften“ anbietet. Jede Woche neue Gerichte machen den Alltag der Kunden abwechslungsreich. Vielleicht ist es gerade die Kombination von Wechsel und Charm, die Kerstin so beliebt macht. Ich war auf jeden Fall sehr angetan, von der Herzlichkeit, mit der sie von ihren Kunden begrüßt wurde und genoss noch lange meine Mousse au Chocolate.

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