Wie Oettinger zu einem innovativen Produktmanagement kam

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OpenUp Camp Transparente Gehaltsentscheidungen

Das war das Open-Up-Camp 2015 in Nürnberg. Drei Tage Business-Innovation für Multiplikatoren, Mitarbeiter und Führungskräfte. Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so (cc)

Business-Day und Unkonferenz kombiniert ergaben drei Tage geballte Innovationsthemen. Zusätzlich rundete das beliebte Improvisationsspiel „Zahnbürsten-Roboterrennen“ den Vorabend der Unkonferenz ab. Auch der Konferenzteil am Donnerstag war dieses Jahr so hochkarätig besetzt war, wie noch nie zuvor.

Storytelling von Herbert Just

Der Sessionvorschlag von Herbert Just. Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so (cc)

Menschen leben für Geschichten. Es sind genau diese Geschichten, die Menschen dazu ermutigen Dinge zu tun, zu begeistern und manch Wunder zu vollbringen. Eine äußerst interessante Sessions auf dem OpenUp Camp 2015 war Storytelling von Herbert Just. Er begann seinen Vortrag mit der Aufgabe, aus drei Begriffen spontan eine Geschichte zu erfinden. Mit dieser kleinen Aktion und den Begriffen „Liebe“, „Kindergarten“ und „Auto“ zeigte sich, wie fasziniert Menschen von Geschichten sind. Eine weitere amüsante Möglichkeit, die Faszination von Geschichten zu erleben ist die Fortsetzunggeschichte: Einer startet mit einem beliebigen Satz und der Nächste führt die Geschichte weiter. Auch hier zeigt sich, dass Menschen einfach wie geschaffen dafür sind, Geschichten zu erzählen.

Der Termin für das nächste OpenUp Camp steht noch nicht fest.

Leistungsträger identifizieren und fördern

Stefanie Krügl und Daniel Richter

Stefanie und Danier stellen People Analytics vor. Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so (cc)

Christian Graf, Daniel Richter und Stefanie Krügl widmeten sich in ihrer Session dem Thema „People Analytics“. Wie im Unternehmensumfeld mit Personendaten gearbeitet wird, ist häufig eher willkürlich als zielorientiert. Änderungen an den großen Datenbeständen erfolgen eher nach dem Prinzip „Augen zu und durch“. Dabei geht es nicht um die personenbezogenen Daten, sondern um all das, was Mitarbeiter an Feedback oder Ideen ins Unternehmen einbringen. Der Aufwand für Mitarbeiterbefragungen und Personalentwicklungsplänen erscheint immens, und nur wenige Unternehmen haben bisher erkannt, dass es sich dabei um „Big-Data“ Projekte handelt. Unter diesem Fachbegriff „Big Data“ versteht man wirklich große Datenmengen, die mit herkömmlichen Methoden – also durch einzelne Mitarbeiter – nicht mehr ausgewertet werden können. Verschiedene Visualisierungformen und Algorithmen helfen, diese Datenmengen zu verstehen. Schon die Volkszählung aus der Bibel war ein Big Data Projekt.

Gesamtblick auf die Firma

Materialsammlung zum Thema People Analytics auf dem OpenUp Camp 2015. Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so (cc)

Christian, Daniel und Stefanie ging es jedoch darum, die Leistungsträger in Unternehmen zu identifizieren. Dies wollten sie nicht mit den herkömmlichen Methoden, sondern mit den Möglichkeiten, die ihnen ein Big Data Projekt bietet, bewältigen. So ist der Leistungsträger meist ein guter Kommunikator, sehr gut vernetzt und zeigt großes Interesse an Themen und Veränderungen. Eine Führungskraft wiederum muss ein guter Coach sein. Digitale Kommunikationswege können sehr gut Aufschluss darüber geben, wie die einzelnen Mitarbeiter miteinander verknüpft sind.

Präsentation von Roompad

Christian Mager stellt die neue Version von Roompad auf dem OpenUp Camp 2015 vor. Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so (cc)

Etwas abweichend vom Kernthema des OpenUp Camps, stellte Christian Mager sein Unternehmen und dessen neue Version von Roompad vor. In diesem Gästesystem für Hotels bietet das Nürnberger Startup einen Mehrwert für Kunden durch Tablets vor Ort an. Jedes Gästezimmer ist mit einem solchen Gerät ausgestattet und Roompad versucht über diesen digitalen Weg den gesamten Prozess des Gastes abzubilden. Von der Abreise zu Hause, über die Ankunft im Hotel und das Aufzeigen kulinarischer Möglichkeiten in der Umgebung. Schon nach dem Verlassen des Fliegers checkt man als Gast im Hotel ein und bekommt seine Zimmernummer mitgeteilt. Als Prototyp werden aktuell weitere Ideen erprobt, wie etwa das automatische Vorheizen des Badezimmers 30 Minuten vor der eingestellten Weckzeit des Gastes. Zimmersteuerung, also Temperatur, Lüftung, Lampen usw. spielen mit den Möglichkeiten des „Internet of things“ – der digitalen Verknüpfung von Alltagsgegenständen.

Die Volkszählung aus der Bibel
war ein Big Data Projekt.

Wie man weltweit als Team zusammenarbeitet

Die Session „Erfahrungen mit der Arbeit in verteilten Teams“ war eher als Austausch geplant. Manuel berichtete von seinem Alltag und seiner Arbeit über Zeitzonen hinweg. Bei ihm funktioniert das Arbeiten an verschiedenen Orten hervorragend. Voraussetzungen dafür sind aber eine bessere Priorisierung und Kommunikations-Tools, die den Alltag erleichtern. Viele Mitarbeiter, die diese Arbeitsform besonders schätzen, sind intrinsisch motiviert. Allein schon diese Eigenschaft macht sie zu einem wertvollen Mitarbeiter für das Unternehmen.

Sessionvorschläge

... und los geht es mit den Sessionvorschlägen. Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so (cc)

Zwar funktioniert die digitale Zusammenarbeit hervorragend, aber trotzdem helfen Teamevents, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Viele administrative Tätigkeiten werden automatisiert und machen den Weg frei für relevantere Aufgaben. Die Ergebnismessung ist aktuell noch ein Problem, für das es bislang noch keine adäquate Lösung gibt. So sind es meist intrinsisch Motivierte, denen diese Arbeitsform zugetraut wird. Da man sich nicht täglich sieht, spielt das Feedback eine umso größere Rolle und als Führungskraft eines verteilten Teams sollte man sich dafür ausreichend Zeit einplanen. Innovation ist nicht unbedingt ein technologisches Thema, sondern ein kulturelles und aus diesem Grund befasst sich das OpenUp Camp auch mit den Menschen und nicht nur mit den Technologien.

Die Antwort auf alles ist nicht 42
sondern ein X-Canvas.

Eines der häufigsten Themen auf dem OpenUp Camp 2015 waren verschiedene Arten von Canvas’. Stefan Peter Roos bot den Interessierten einen Einstieg in das Thema an. Der Ursprung aller Canvas’ war als Analysetool von Geschäftsmodellen gedacht – der „Business Model Canvas“. Dieser Canvas ermöglicht, wie auch alle Nachkommen, die Visualisierung jedes erdenklichen Geschäftsmodells anhand von 9 Bausteinen. Auf dem OpenUp Camp wurden neben diesem Business Model Canvas noch der Data Model Canvas, Lean Canvas, Communication Canvas und Product Canvas vorgestellt.

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Kulturhacking

Thor van Horn mit Smartphone

Thor bei einer seiner Kulturhacking Aktionen. Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so (cc)

Thor van Horn hatte von Beginn an eine ganz besondere Aufgabe. Er kümmerte sich darum, die Sessions aktiv zu stören, um bestehende Strukturen zu behindern und dadurch emotionelle Reaktionen auszulösen. Gleich am ersten Morgen fanden sich einige Freiwillige, die sich bestimmte Aktionen einfallen ließen. So hatte z.B. eine Person die Aufgabe, einfach spontan aufzustehen, den Vortragenden zu umarmen und sich bei ihm herzlichst zu bedanken. Die Reaktionen der Referenten waren sehr unterschiedlich, aber durchweg positiv. Das Ziel wurde erreicht: mehr menschliche Nähe zulassen, Feedback bekommen und auf Augenhöhe miteinander sprechen.

Der Philosoph ist im eigenen Land nichts wert

„Innovationen in einem unmotivierten Team“. Damit begann eine Diskussionsrunde, an der ich mich sehr rege beteiligte, ist es doch eines meiner Kernthemen der letzten Jahre. Viele unterschiedliche Ansätze mündeten schließlich in die beste Methode, mit solch einer Situation umzugehen. Innovationen sollten unbedingt positiv belegt werden, und für die Mitarbeiter mit nicht zu viel Problemen und Aufwand verbunden sein. Um für Akzeptanz von Innovationen im Unternehmen zu werben, müssen diese geschickt eingeführt werden. Die häufigsten Innovationen scheitern nicht am Kunden, sondern schon vorher an der Umsetzung und der fehlenden Bereitschaft der Mitarbeiter. Zu häufig werden Veränderungen den jeweiligen Abteilungen einfach übergestülpt, unter dem Motto „Wer zahlt schafft an“. Das funktioniert nicht, daher die Einführung der Innovationen positiv belegen und die Einführung nicht nur technisch sondern auch menschlich planen.

Innovation ist keine Technologie,
sondern das Ergebnis vieler motivierter Menschen.
Product Canvas Oettinger

Der ausgefüllte Product Canvas für Oettinger Bier. Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so (cc)

Oettinger Bier

Den Abschluss am Samstag Abend machte eine sehr gelungene praktische Übung von Michael Sabah und Markus Teschner. Wie es sich für das „OpenCanvas Camp“ ;-) gehört, gab es zum Schluss noch den „Product Canvas“ als Aufgabe zu füllen. Der Auftrag war, sich in das Produktmanagement von Oettinger einzudenken, die Biermarke zu analysieren und durch Produktideen zu verbessern. Wie ihr euch denken könnt, ist ein solches Gastrothema natürlich sehr emotional und schon nach wenigen Minuten gab es eine Ist-Analyse mit Strategien, wo es hingehen könnte: eigene Getränkeautomaten an neuralgischen Punkten und Bushaltestellen, einen regionalen Lieferservice und, um auch medial präsenter zu sein, eine OpenUp Challenge. OpenUp steht hier für „Bier öffnen“ und analog zu erfolgreichen PRO7 Dauerwerbesendungen: den finden, der am schnellsten 100 Oettinger Flaschen öffnen kann.

Fazit

Das OpenUp Camp 2015 war eine sehr gelungene Veranstaltung, die es verstanden hat Innovation mit Menschlichkeit zu kombinieren. Die Kulturhacking Aktionen von Thor passten hervorragend in die Veranstaltung und auch das Thema Coaching fügte sich besser als das letzten Mal ins Programm ein. Ich freue mich schon auf weitere spannende Diskussionen auf dem OpenUp Camp 2016.

Tim Schikora bei der Vorstellung

Tim Schikora hält die Einleitung und freut sich sichtlich auf das OpenUp Camp 2015. Foto: © Markus Wolf / Nürnberg und so (cc)

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