10 Fragen an Michael Kubens vom Nürnberger Startup „designenlassen.de“

Veröffentlicht am von
Ox Grill by Ringlers in Nürnberg

Heute haben wir uns unsere zehn Fragen an Startups aus der Region von „designenlassen.de“ beantworten lassen. Foto: © designenlassen.de

Aus unserer Serie 10 Fragen an Startups aus der Region stellen wir euch heute „designenlassen.de“ vor. Der größte deutschsprachige Marktplatz für Kreativdienstleistungen bietet vor allen Dingen Existenzgründern und kleinen Unternehmen die Möglichkeit, aus zehntausenden Designern den Richtigen zu finden.

Egal ob Logo oder Webdesign: In dem Portal wird jeder neue Auftrag als eine Art Wettbewerb ausgeschrieben und Grafiker können ihre Entwürfe einreichen. Der Kunde entscheidet am Ende, welches das beste Design und somit der Gewinner ist, der den Auftrag erhält.

Kannst du bitte kurz erzählen was euer Startup ausmacht?

Portrait Michael Kubens und Eugen Sobolewski

Die Gründer Michael Kubens und Eugen Sobolewski (v.l.n.r.). Foto: © designenlassen.de

Bei unserem Startup geht es, wie der Name „designenlassen.de“ schon nahelegt um das Thema Design, genauer gesagt Grafik-Design.Wir sind der größte deutschsprachige Marktplatz für Designprojekte mit einer riesigen Community aus zehntausenden Designern und Auftraggebern. Vor allem Existenzgründer und kleinere Unternehmen nutzen designenlassen.de, um beispielsweise ein Logo-Design oder ein Webdesign schnell und kostengünstig einzukaufen. Die Projekte laufen in Form eines Design-Wettbewerbs ab, das heißt zahlreiche Designer arbeiten gleichzeitig an einem Projekt und das beste Design gewinnt am Ende.

Unser Unternehmen ist komplett eigenfinanziert und war von Beginn an profitabel.

Was ist der Kern eures Produktes, euer Alleinstellungsmerkmal (USP) - formuliert in einem Satz?

Der Kern ist sicherlich die Designer-Community, in der sich tausende talentierte Designer tummeln, die täglich weit über eintausend Entwürfe hochladen.

Bei welcher Gelegenheit kam dir/euch die Idee zu deinem/eurem Startup?

Wir waren Mitte 2008 selbst auf der Suche nach einem Corporate Design für ein anderes Startup. Als Internet-Enthusiasten dachten wir, es sei eine gute Idee online nach dem passenden Designer zu suchen. Wir sind dann den klassischen Weg gegangen, haben Designer-Communities User mit interessantem Portfolio angeschrieben und unser Projekt in Foren und Projektbörsen gepostet. Wir bekamen recht schnell Angebote für unser Corporate Design, die von 50€ bis 5000€ reichten, hatten in der E-Mail-Flut aber schnell den Überblick verloren und konnten uns nur schwer für einen Grafiker entscheiden. Wir überlegten dann, wie man diesen Prozess online abbilden könnte und stießen so auf das Crowdsourcing-Prinzip. Das war damals im englisch-sprachigen Web gerade ein ganz neuer Trend. Wir waren dann die erste deutschsprachige Design-Crowdsourcing-Plattform.

Wo seht ihr euch in 10 Jahren?

Wir hoffen, dann noch mit genauso viel Spaß bei der Sache zu sein wie heute und die Plattform zur größten europäischen Crowdsourcing-Plattform ausgebaut zu haben.

Habt Ihr eine Exit-Strategie?

Ehrlich gesagt: NEIN. Da wir komplett eigenfinanziert sind und profitabel arbeiten gibt es auch keinen Druck in X-Jahren soundsoviel Umsatz zu machen und die Firma für Summe x zu verkaufen. Solange wir Freude an der Weiterentwicklung der Plattform haben, machen wir einfach weiter unser Ding. Aber man weiß natürlich nie…

Habt ihr an irgendwelchen Pitches, Businessplan-Wettbewerben teilgenommen? War das eher hilfreich oder eher viel zu aufwändig?

Wir haben an insgesamt vier Wettbewerben teilgenommen und gleich drei Mal einen Preis gewonnen, unter anderem den IHK-Gründerpreis. Wir können jedem Startup nur empfehlen an solchen Wettbewerben teilzunehmen. Man lernt immer auch selbst etwas, wenn man das eigene Business anderen erklärt und das Feedback war teilweise hilfreich und hat uns weitergebracht.

Welche Person hat dich/euch bei der Gründung besonders unterstützt?

Mein Mitgründer Eugen war für mich die größte Unterstützung. Wir haben uns einfach (geschäftlich) gefunden und es passt und macht auch nach Jahren noch Spaß. Das ist aus meiner Sicht die wichtigste Geschäftsentscheidung bei der Gründung: Mit wem gehe ich diesen Weg. Da sollte man keine Kompromisse eingehen. Und natürlich haben uns unsere Familien immer sehr unterstützt.

Warum habt ihr nicht einen der üblichen Hype-Standorte wie Berlin und Hamburg gewählt?

Die Frage hat sich nicht gestellt, denn Eugen und ich wohnen beide in Nürnberg und haben hier unsere Familien. Außerdem sind wir hier echt zufrieden mit allem. Die Internet-Szene ist familiär und kompetent. Und in Berlin kann man vielleicht jeden Abend auf einem anderen Netzwerktreffen sein, kommt so aber vielleicht nicht wirklich zum Arbeiten. Und unsere Kunden sind halt auch nicht die Startup-Hipster aus Berlin-Mitte, sondern ganz normale Kleinunternehmer.

Logo designenlassen.de

Logo: © designenlassen.de

Was waren bei eurer Gründung die größten Stolpersteine?

Wir hatten schon nach drei Monaten einen mit viel Venture-Kapital finanzierten Wettbewerber, der dieselbe Leistung kostenlos angeboten hat, für die wir Geld verlangt haben. Übrigens aus Berlin. Wir haben uns dann reingehängt, den längeren Atem gehabt und letztendlich wurde der Wettbewerber dann von einer internationalen Plattform aus dem Markt gekauft und existiert nicht mehr.

Was würdet ihr beruflich machen, wenn ihr kein Startup gegründet hättet?

Wir sind beides Familienmenschen und wären vielleicht Manager eines erfolgreichen Familienbetriebs und unsere Frauen würden arbeiten gehen :)

designenlassen.de

Michael Kubens und Eugen Sobolewski

Rieterstr. 21
90419 Nürnberg
E-Mail: info@designenlassen.de
Internet: www.designenlassen.de
Facebook: /designenlassen

Aktuelle Artikel über Startups

Zehn Fragen an Startup bat bioacoustictechnology aus Winkelhaid
Das Winkelhaider Startup hat ein Fledermaus-Monitoringsystem für Windenergieanlagen entwickelt. Ein interessantes Projekt, dem wir uns in unseren “Zehn Fragen an…” widmen.

Zehn Fragen an Startup Paper-Shape aus Nürnberg
Do-It-Yourself ist das Thema beim Startup PaperShape aus Nürnberg. Aus einem Blogpost entstanden, sind die Bastelsets beliebt bei Alt und Jung.

Zehn Fragen an Nürnberger Startup Dress and Friends
Dress and Friends ist wie Pinterest, Instagram und Facebook, aber für Fashion. Die Gründer beantworten 10 Fragen zu ihrem Startup.

Blog abonnieren
'Nürnberg und so' Blogfeed abonnieren

Zusätzlich zu dem Podcast stellt 'Nürnberg und so' auch immer wieder begleitende Geschichten und Informationen aus der Metropolregion Nürnberg vor.

Blog-Artikel als RSS Feed abonnieren

Du willst nichts verpassen?
Anmeldung E-Mail Newsletter 'Nürnberg und so'

Anmeldung zum E-Mail Newsletter

Sätze für die Ewigkeit
Podcast Nürnberg und so
Paprika potenziert den Geschmack der Himbeere
Wolfgang Kießling in Sendung No. 11
Ich warte auf die Spritze, mit der man nichts mehr merkt
Markus Wolf in Sendung No. 10
Ich bin kein Purist als Erzähler. Ich mag es, wenn die Leute auch was zu sehen bekommen.
Marco Kircher in Sendung No. 12
Letzte Podcast Sendungen
Nürnberg und so

Jörg Korinek / Podcast-Sendung No. 32

Veröffentlicht am 05.05.2015

Den geborenen Göppinger lockte ein Praktikum in die Frankenmetropole. Dem Weg zum Informatik-Studium gingen einige bundesweite Schulaufenthalte voraus, bei denen er Orientierung gewann und diverse…

zur Sendung No. 32

Roland Rosenbauer / Podcast-Sendung No. 31

Veröffentlicht am 11.02.2015

Aus Cadolzburg kommend, finanzierte er sich mit dem "Ruf der Unendlichkeit" oder der "Rache des Knochenmannes" seine Schulzeit. Trotz BWL Studium landete er schließlich beim Jugendfunk des…

zur Sendung No. 31

Aktuelle Magazin-Artikel
Nürnberg und so

Viermal Gibitzenhof: Der Dianaplatz und seine Umgebung

Veröffentlicht am 18.09.2017

Der Dianaplatz in der Nürnberger Südstadt ist nicht nur Verkehrsknotenpunkt. Der Platz und sein Umfeld markieren auch den Kern des alten Dorfes Gibitzenhof, das sich ab dem 19. Jahrhundert zu einem…

weiterlesen

Frau Höflers neue Kleider: Ein Eckhaus im Rennweg

Veröffentlicht am 04.09.2017

Um 1900, als noch niemand an Internethandel und Shopping Malls dachte, war der kleine Laden um die Ecke ein vertrauter Anblick. Ein besonders hübsches Exemplar dieser aussterbenden Spezies stand im…

weiterlesen

Klassizismus in Serie: Die Lindenaststraße 58 und ihre Nachbarn

Veröffentlicht am 21.08.2017

Architektur in Serie gab es schon vor über 100 Jahren. Sie sparte Geld und sah – einen verständigen Planer vorausgesetzt – dabei auch noch hübsch aus. Ein sehenswertes Beispiel gehobener…

weiterlesen

Prunkfassaden für das neue Nürnberg: Mietspaläste in Schoppershof

Veröffentlicht am 07.08.2017

Als Nürnberg um 1900 seine alten Grenzen sprengte, entstanden auf der grünen Wiese neue Stadtteile mit mehrgeschossigen Wohnhäusern und prunkvollen Fassaden. Viele von ihnen erhielten reichen…

weiterlesen